Was ist die FGWM?

Was ist die Federation of General Workers Myanmar (FGWM)?

Die FGWM beinhaltet sowohl Gewerkschaften aus dem Privatsektor als auch einige aus dem öffentlichen Sektor. Die Föderation wurde im September 2019 gegründet, ursprünglich mit der Beteiligung von über 20 Gewerkschaften aus unterschiedlichen Industriezweigen.  Die sechs Teilbranchen der Privatwirtschaft waren in den Sektoren (1) Bekleidung, (2) Sportausrüstung, (3) Stromwandler, (4) elektronik Kabel, (5) Skulpturenproduktion und (6) Transport. Unter ihnen ist der Bekleidungssektor der am stärksten vertretene. Die FGWM ist eine Arbeiter*innen-Föderation in Myanmar mit etwa 35.000 Mitgliedern.

Gemäßig ihrer Satzung verfolgt die FGWM folgende Ziele:
(1) Also Föderation mit Fokus auf Demokratie, Führung durch Gewerkschaftsmitglieder, Gewerkschaftsaktionen und Solidarität zusammenzustehen.
(2) Alle Arbeiter*innen in Myanmar unabhängig von Ethnie, Geschlecht, Religion und Sektor/Industriezweig zu organisieren, Gewerkschaften zu bilden und Gewerkschaftsmitglieder zu werden.
(3) Starke und nachhaltige Gewerkschaften innerhalb der FGWM zu haben.
(4) Existenzsichernde Einkommen und ein gutes Sozialsystem sowie Programme für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter*innen zu erwirken.
(5) Dafür zu sorgen, dass Arbeitsplätze sicher und frei von Unterdrückung, Diskriminierung, sexueller Belästigung sowie Gewalt sind.
(6) Die Rechte und Interessen der Arbeiter*innen Myanmars zu verteidigen und zu fördern.
(7) Sicherzustellen, dass die Regierung die Stimmen der Arbeiter*innen in Beschlüssen zu Arbeitsgesetzen und -richtlinien berücksichtigt.
(8) Die Ausbeutung der Arbeiter*innen durch Kapitalist*innen zu unterbinden.
(9) Darauf zu achten, dass die Arbeiter*innen, die im Besitz der Arbeitskraft sind als wichtige und wertvolle Klasse in der Gesellschaft angesehen wird.
(10) Solidarität zwischen Arbeiterorganisationen auf nationalem und internationalem Level aufzubauen.

Die FGWM ist eine selbstverwaltete Föderation, oranisiert und geführt von den Arbeiter*innen selbst.
Wenn ein Gewerkschaftsmitglied der Föderation unterdrückt wird, müssen alle anderen Mitglieder es entschieden schützen – die Unterdrückung eines*r Arbeiter*in wird als die Unterdrückung aller Arbeiter*innen angesehen.
FGWM Aktivitäten passieren auf Basis der Verfassung, die von Gewerkschafter*innen geschrieben wurde, die Mitglieder der FGWM sind. Die Sekräter*innen der Föderation werden verfassungsgemäß von den Mitgliedergewerkschaften gewählt und sind verantwortlich für die Aktionen gemäß ihrer jeweiligen Positionen. Im Dezember 2020, wurden 15 Vorstände gewählt. Die zweithöchste Ebene, das zentrale Steuerungskomitee, besteht aus 2 Gewerkschaftssekräter*innen, die von den Basisgewerkschaften der Fabriken ausgewählt werden. Unter diesem Komitee sind andere Arbeitsgruppen (working committees) organisiert und implementieren die Richtlinien und Aktivitäten.
Es gibt insgesamt 11 Arbeitsgruppen. Diese Arbeitsgruppen, die in der Föderation gebildet werden, werden von den Arbeiter*innen selbst organisiert.
Die FGWM ist eine selbstorganisierte Gewerkschaftsföderation, die innerhalb der Arbeitskämpfe vor Ort organisiert ist. Die FGWM unterstütz die Verteidigung von Rechtsansprüchen von tausenden Arbeiter*innen, indem sie Arbeitskonflikte löst, Streiks durchführt und weitere Gewerkschaften organisiert. Die FGWM ist die Föderation, die Streiks abhält, als Werkzeug gegen die Unterdrückung der Fabrikmanager und -besitzer. Während der Coronapandemie 2019 forderte die FGWM die Fabriken zu schließen und sorgte dafür, dass Arbeiter*innen die notwendige medizinische Versorgung erhielten. Dafür wurde das Gremium für Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gegründet. 2020 führte die FGWM eine Demonstration in Yangon mit fast 7.000 Arbeiter*innen aus über 20 Gewerkschaften an und forderte einen gesetzlichen Mindestlohn.
Als Beispiel für einen erfolgreichen Arbeitskampf kann angeführt werden, dass die FGWM Arbeiter*innen in sechs Fabriken unterstützen konnte, die als Versuch zur Zerschlagung von Gewerkschaften (union busting) illegal entlassen wurden. Die Arbeiter*innen wurden wieder eingestellt und bekam eine Entschädigungszahlung. Bei Verhandlungsfällen zwischen Arbeiter*innen und Arbeitgebern stellt die FGWM sicher, dass die Arbeiter*innen die Rechte zugesprochen bekommen, die ihnen zustehen.
Die FGWM war eine der ersten Organisationen, die gegen den Militärputsch in Yangon zusammen mit den Arbeiter*innen, die die Machtergreifung nicht akzeptiert haben, demonstriert hat. Am 5. Februar 2021 führten mehr als 12.000 Arbeiter*innen in 10 Mitgliederfabriken die „red ribbon campaign“ gegen die Militärdiktatur durch.

In diesem Kontext sind die vier politischen Forderungen der Föderation: I
1. Abschaffung der Militärdiktatur.
2. Errichtung einer föderalen Demokratie.
3. Aufhebung der Verfassung von 2008 .
4. Sofortige Freilassung aller verhafteten Gewerkschafter*innen und Aktivist*innen.

Seit dem 6. Februar 2021 führt die FGWM die ersten Proteste in Yangon und steht zusammen mit den Arbeitern gegen die Militärdiktatur in Myanmar. Die FGWM organisiert Gewerkschaften für Arbeitende des öffentlichen Diensts, die dem Civil Disobedience Movement (CDM) beigetreten sind, um für Freiheit zu kämpfen. Es handelt sich dabei um die Gewerkschaft des Bahnverkehrs (MRTU) und zwei seiner Untergewerkschaften (des Amts für Bauwesen [MRCU] und des Amts für Fernmeldetechnik [MRSU]), die Gewerkschaft der Arbeiter*innen im Bildungswesen (WUE) sowie die Landwirtschaftsgewerkschaft (MAU).

Zur Zeit hat die FGWM ingesamt 40 Mitgliedsgewerkschaften, von denen 20 (Bekleidungs)Fabrik-Gewerkschaften sind. Die FGWM hat kollektiv Verhandlungen geführt, wenn die Rechte der Arbeiter*innen in den Produktionsstätten unter der Militäradministration verletzt wurden.  Die FGWM priorisiert die Organisation weiterer Gewerkschaften im Industriezweig. Das CDM legt Wert auf den Schutz und die Unterstützung von Arbeiter*innen die im CDM aktiv sind.

Die FGWM ist Teil der Myanmar Labour Alliance, die 19 Föderationen beinhaltet und außerdem mit anderen revolutionären Kräften zusammenarbeitet.

#FGWMsolidarity